“Heute kann es regnen, stürmen oder schneien” heißt es im bekannten Kinderlied von Rolf Zuckowski. Wenn ihr einen Besuch im Freizeitpark plant, würden wir aber eher ruhiges Wetter empfehlen. Das Wetter hat nämlich einen größeren Einfluss auf Achterbahnen, als ihr vielleicht denkt. achtercast Folge 45 wirft einen Blick auf den Wetterbericht und gibt euch dazu noch nützliche Infos an die Hand, wie ihr mit unterschiedlichem Wetter im Park umgehen könnt.

Übrigens: Habt ihr eigentlich bemerkt, dass achtercast ein anderes Intro seit ein paar Folgen hat? Das sind nämlich eigene Audio-Aufnahmen. Erkennt ihr, welche zwei Attraktionen da zu hören sind? Schreibt uns gerne auf Instagram, dort gibt’s dann auch die Lösung.

JETZT ACHTERCAST FOLGE 45 HÖREN.

achtercast Folge 45: Wetter vs. Achterbahn.

Wenn man gar nicht mehr weiter weiß, redet man über das Wetter. Ist vielleicht eher “basic”, aber ja immer ein beliebtes Thema und gefühlt wird es auch immer wilder. Aber wie wirkt sich das Wetter auf Achterbahnen aus? Ihr glaubt, die Fahrten wären immer gleich? Falsch! Achterbahnen sind mal mehr mal weniger abhängig von der Umwelt. Das passiert bei:

  • Regen: Je nach Stärke des Regens unangenehm für die Fahrenden, aber meist wird der Betrieb fortgesetzt. Teilweise gibt es Durchsagen, andere Gäste, denen es nichts ausmacht, vorzulassen (Merlin) und andere Parkketten schließen einzelne Bahnen bei Regen (Six Flags). Bei starkem Regen nicht fahren können Desert Race im Heide Park Resort (mit Durchsage) und F.L.Y. im Phantasialand. Das Stichwort lautet hier Sensoren-Störung. Auch kann die Achterbahn “wilder” werden durch die nasse Schiene. Manche Bahnen mit Reibrädern als Lifthill können Probleme haben.
  • Gewitter: Bei Gewitter wird der Betrieb jeder Achterbahn im Normalfall gestoppt. Nicht, weil sie nicht fahren könnte, sondern die Gefahr durch Blitzschlag.
  • Wind: Wind scheint Achterbahnen eher weniger auszumachen, immerhin sind die Züge tonnenschwer, doch es gibt bzw. gab Ausnahmen. So fuhr von 1997 bis 2000 die Achterbahn Windjammer Surf Racers in Knott’s Berry Farm. Beim kleinsten Wind fuhr die duellierende Bahn von Togo (Japan) nicht. Das Problem war, dass die Züge bei Wind im Mittelteil der Strecke liegen geblieben sind. Das war aber nur eines der vielen Probleme mit der Bahn, daher die kurze Lebensdauer.

Hitze und Kälte haben Einfluss auf eure Achterbahnfahrt.

Hitze und Kälte wirken ähnlich auf Achterbahnen, nur in die jeweils andere Richtung. Bei der Temperatur schauen wir auf die Schmiermittel des Achterbahnzugs. Diese werden bei Wärme weicher und bei Kälte fester / zäher. Der Fachbegriff dazu lautet Viskosität.

  • Hitze: Achterbahn kann zu schnell werden. Oft sieht man als Gegenmaßnahme, dass Sitzreihen im hinteren Zugteil dann frei bleiben.  Das kommt etwa bei SLCs vor oder auch der bigFM Expedition GeForce. Auch wird teilweise versucht zwischen den Runden die Räder und Achsen in der Station mit Wasser zu kühlen (Xpress im Walibi Holland). Damit Züge nicht zu schnell werden bei Hitze und trotzdem voll besetzt sein können, gibt es aber auch Reduzierbremsen auf der Strecke. Meist magnetische Bremsen, die durch die Bauweise erst greifen, wenn der Zug schneller ist (Silver Star / Colossos). Ziel ist es natürlich, dass die G-Kräfte nicht zu hoch werden.
  • Kälte: Bei Kälte passiert das Gegenteil. Die Bahn wird langsamer bis zu dem Punkt, wo der Zug die Strecke nicht schafft. Der Zug pendelt dann meist in einem der Täler aus. Achterbahnen haben unterschiedliche Mindesttemperaturen. Limit im Heide Park fährt laut Aussage eines Mitarbeiters erst bei konstanten 10° Celsius. Auch Blue Fire und Silver Star im Europa Park brauchen bei der Winteröffnung leichte Plusgrade. 

achtercast Folge 45: Das Phantasialand gibt einen Einblick.

Im Phantasialand sind kaut Internetseite alle Achterbahnen auch im Winter geöffnet. Black Mamba, Taron oder Raik sogar bis -10° Celsius Außentemperatur. Die Züge der Bahnen werden im Winter dafür nach Parkschluss in Wartungshallen gefahren. Diese Hallen sind im Winter beheizt. Bei Colorado Adventure wird bei der letzten Fahrt des Tages von Mitarbeitern die Schiene sogar mit Frostschutz besprüht, um am Folgetag nicht so viel Eis und möglicherweise Schnee auf den Schienen zu haben.

Wetter und Freizeitpark – Erfahrungen, Tipps, Wünsche.

Der achtercast-Service für euch: So bereitet ihr euch auf jedes Wetter an eurem Freizeitparkbesuch vor. Wir finden: Das beste Wetter für einen Freizeitpark-Besuch ist trocken, ein bisschen bewölkt und 18-22°C.

So begegnet Deutschland der (immer häufigeren) Hitze.

Im internationalen Vergleich sind deutsche Parks eher schlecht auf Hitze vorbereitet. Richtige Hitzesommer sind hier noch relativ neu und generell ist Deutschland nicht das Land der Klimaanlagen und Abkühlungen. Im warmen Ausland findet man häufig große Ventilatoren, feinen Wassernebel oder halt Klimaanlagen in Parkteilen wie Wartebereichen (Gesehen in Energylandia [Wassernebel-Stationen], Universal Hollywood, Six Flags Magic Mountain).

  • In Deutschland geht der Europa Park ganz gut mit Hitze um. Es gibt recht viele Wasserattraktionen & Splash Zones, Wassernebelsprühtorbögen sowie klimatisierte Indoorbereiche wie Voletarium, Wodan und Wartebereiche. Außerdem gibt es Schattenspender und viel Platz zum Ausruhen.
  • Erfahrungen Hansa-Park: Hier gibt es leider wenig Schatten und es ist wenig klimatisiert, aber zum Glück gibt es immer ein bisschen Wind von der Ostsee und viel Platz zum Ausruhen.
  • Im Phantasialand gibt es relativ wenig Wasserattraktionen und dort dann bei Hitze entsprechende Wartezeiten, keine Splash-Zones und eine sehr enge Bebauung. Es ist wenig klimatisiert, aber viele Bereiche sind indoor und somit schattig.

Was ist, wenn es pausenlos regnet oder einfach nur heiß ist?

Regen bzw. schlechtes Wetter: Hier ist es ist von Park zu Park unterschiedlich, ob Regen einem den Tag versaut. Parks mit vielen Indoor-Angeboten sind hier natürlich im Vorteil. Erstens wird man selbst nicht nass und zweitens können Attraktionen vollkommen unabhängig vom Wetter betrieben werden. Achterbahnfahrten bei Regen können ganz lustig sein. Kärnan und Taron sind z. B. ein Erlebnis

Bei Hitze: Zieht euch luftig an, nehmt keine großen Taschen und Rucksäcke mit und nutzt den Parkplan zum Fächern. Außerdem empfiehlt es sich, sich in oder an Wasserattraktionen nass machen zu lassen. Denkt daran, nicht viele Wertgegenstände oder wichtigen Dokumente bei euch zu tragen, wenn ihr nass werden möchtet. Und hetzt nicht durch den Park – euer Kreislauf wird es euch danken.

Bei Regen: Wenn es mit Sicherheit klar ist, dass es stark regnen wird, checkt ob ihr den Besuch verschiebt. In Zeiten der Pandemie mit gebuchten Tickets ist das leider schwieriger. Ihr könnt euch zudem informieren, ob der Park eine Schönwetter-Garantie anbietet. Vor Corona hat es z. B. der Heide-Park angeboten. Wenn es länger als eine Stunde am Tag regnete, bekamt ihr ein gratis Ticket für einen weiteren Tag in der Saison. Regenkleidung ist immer eine gute Idee, ein Schirm hingegen nur, wenn er klein und handlich ist.

Zum Schluss – Das wünscht sich achtercast von den Parks in Zukunft:

  • Mehr Ventilatoren
  • Schattenspender
  • Wassernebel
  • Klimaanlagen
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.